Kunst und Schule

Kunst und Schule



Vor einiger Zeit wurde ich gefragt warum ich glaube, dass irgendjemand Geld für extra Kunststunden ausgeben würde, denn das wird ja durch die Schule abgedeckt.

Da wurde mir klar, dass ich doch nochmal erkläre möchte was Room for Colours ist und für was der Name und das Konzept dahinter stehen, aber auch erklären was Kunstunterricht in der Schule ist und warum jeder Kurs in meinem Atelier so viel mehr als 'Kunstunterricht' ist.

 

Ich habe viele Jahre an Schulen als Lehrerin gearbeitet, davon auch einige als Kunstlehrerin. Unterschiedliche Lehrpläne wurden mir als Leitfaden an die Hand gelegt und ich hatte das Glück unter verschiedenen Schul- und Abteilungsleiter arbeiten zu dürfen. So unterschiedlich alle Kollegen und Lehrpläne waren, eins hatten sie gemeinsam. Am Ende eines jeden Kunstprojektes stand eine Bewertung. Egal ob als Zahl, Buchstabe und nette Smiley, jedem Kind wurde mitgeteilt was der Lehrer von seinem Ergebnis hielt. Manchmal hatte man als Lehrer noch die Möglichkeit die Bewertung etwas zu verändern, aber es änderte nichts daran, dass es mit einer Bewertung endete. Häufig war ich selbst nicht zufrieden mit dem wie ich den jeweiligen Schüler bewertet habe da es selten dem echten Können entsprach. Oft hat man gesehen das Schüler unheimlich kreativ waren, dass sie viel Zeit mit malen und Zeichnen verbrachten, aber die Aufgabenstellung nicht passte, oder auch, dass Schüler gut waren im Erfüllen der Aufgabenstellung, aber eine Wirkliche Verbundenheit zur Kunst und Kreativität war nicht vorhanden.

 

Nachdem ich in meiner letzten Anstellung an einer Schule merkte, dass ich das System nicht unterwandern oder gar verändern können würde, entschied ich mich ‚Room for Colours‘ zu nutzen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen Raum zu bieten ihre Kreativität ausleben zu können. Keine Bewertung, kein Druck. Jeder kann sich ausleben und malen nach seinem Können und Wollen. Und was mache ich?? Ich beobachte, ich schau mir jeden Teilnehmer in meinem Kurs an und stelle sicher das er lernt was er möchte und was er braucht. Keiner wird von mir hören was richtig oder falsch ist. Natürlich kommt jetzt die Frage: aber was lernt man denn von mir? Naja, ich unterrichte ohne dass es meine Teilnehmer merken. Manchmal lege ich einen anderen Pinsel aus, manchmal gebe ich kleine Tipps wenn ich merke dass dieser gewünscht wird, oder ich lege ein Buch aus, oder beantworte Fragen. Aber ich werde niemals bewerten was in meinem Kurs passiert.

So fördere ich das Selbstbewusstsein, das Können und die Liebe sich künstlerisch auszudrücken. Etwas das in einer Welt voller Leistungsdruck und Bewertungen unbezahlbar und wichtig ist.